Lohnfortzahlung und Krankengeld

Lohnfortzahlung und Krankengeld

Zur Vermeidung von Einkom­menseinbußen auf Grund einer krankheits­bedingten Arbeitsunfähigkeit gibt es in der Bundes­republik Deutschland die Lohnfort­zahlung im Krankheitsfall und das Krankengeld.
Generell hat jeder Arbeit­nehmer und Auszubil­dende in Deutschland Anspruch auf die Fortzahlung seiner Bezüge durch den Arbeit­geber, wenn er arbeitsunfähig erkrankt ist (Entge­ltfort­zahlung im Krankheitsfall).
Dafür muss die Arbeits­verhinderung dem Arbeit­geber unverzüglich mitge­teilt werden und innerhalb von 3 Tagen muss die ärztliche Bescheinigung beim Arbeit­geber vorliegen.
Die Entge­ltfort­zahlungs­dauer beträgt genau 6 Wochen, bzw. 42 Kalen­dertage. Innerhalb dieser Zeit muss der Arbeit­geber seinem Mitar­beiter 100% des geschul­deten Entgelts fortzahlen.
Das fortzuzah­lende Entgelt berechnet sich aus dem Durch­schnitt der letzten 3 Kalen­dermonate. Jedoch werden Überstun­denzuschläge, Erfolgs­beteiligungen und Sonder­zahlungen nicht mit in die Durch­schnitts­berechnung einbe­zogen.
Überstunden, Provisionen,VWL, Sonn-, Feiertags- und Nacht­zuschläge hingegen werden berücksichtigt. Für den arbeitsunfähig erkrankten Arbeit­nehmer ergeben sich somit keine finan­ziellen Nachteile im Zeitraum der Lohnfort­zahlung.
Der Anspruch auf Lohnfort­zahlung im Krankheitsfall entsteht aber erst nach Ende der Wartezeit. Die Wartezeit sind die ersten 4 Wochen eines Beschäftigungsverhältnisses.
Bis zum Ende der Wartezeit hat der Arbeit­nehmer Anspruch auf Krankengeld und erst danach Anspruch auf die sechswöchige Lohnfort­zahlung im Krankheitsfall.
Erkrankt der Arbeit­nehmer mehrere Male innerhalb von 12 Monaten, von Beginn der ersten Erkrankung, an einer Krankheit mit der selben Ursache (anrec­henbare Vorer­kran­kungen) und nimmt er die Arbeit nicht für einen zusammenhängenden Zeitraum von mindestens 6 Monaten wieder auf,
werden die Lohnfort­zahlungs­zeiträume zusam­menad­diert, bis 42 Kalen­dertage erreicht sind, dann endet der Lohnfort­zahlungs­anspruch. Ist der Arbeit­nehmer darüber hinaus krank, erhält er Krankengeld.
Das Krankengeld ist die Entge­lter­satz­leistung der Kranken­kasse an den Arbeit­nehmer, wenn er keinen Anspruch auf Lohnfort­zahlung durch seinen Arbeit­geber hat, bzw. auch bei Been­digung des Arbeitsverhältnisses und Insolvenz des Arbeit­gebers.
Es wird höchstens für eine Dauer von 78 Wochen innerhalb von 3 Jahren gezahlt. Tritt innerhalb des Kranken­geldbezugs eine weitere Krankheit auf, verlängert sich der Anspruch auf Krankengeld nicht.
Die krankheits­bedingte Arbeitsunfähigkeit muss der Kranken­kasse innerhalb einer Woche durch Vorlage der ärztlichen Bescheinigung nachge­wiesen werden, sonst kann die Kranken­kasse die Zahlung des Kranken­gelds verweigern!
Das Krankengeld wird grundsätzlich pro Kalen­dertag gezahlt. Für den vollen Monat werden immer 30 Kalen­dertage zugrunde gelegt, egal wie viel Tage der Monat tatsächlich hat.
Für die Berechnung des Kranken­geldes wird das sozial­versicherungs­pflichtige Bruttoar­beit­sentgelt des letzten Entge­ltab­rech­nungs­zeit­raums vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit heran­gezogen.
Das Krankengeld pro Kalen­dertag beträgt also ein 30stel dieses Betrages zuzüglich des 360. Teils der innerhalb von 12 Monaten gewährten, beit­ragspf­lich­tigen Einmal­zahlungen (z.B. Weihnachts- und Urlaubsgeld),
und davon 70%. Das maximale Krankengeld pro Kalen­dertag ist demnach 86,63 EUR (Beit­rags­bemessungs­grenze 2011 3.712,50 EUR : 30 Kalen­dertage = 123,75 * 70% ).
Das Krankengeld darf jedoch 90% des kalendertäglichen Nettoar­beit­sent­gelts nicht überschreiten und höchstens dem Nettoar­beit­sentgelt des Bemes­sungs­zeit­raums entsprechen.

Beispiel:

regelm., mtl. SV-Brutto 3.000 EUR : 30 Kalen­dertage = 100,00 EUR

Weihnachtsgeld 1.800 EUR : 360 Kalen­dertage = 5,00 EUR


105,00 EUR

das Krankengeld 70% von 105 EUR = 73,50 EUR

mtl. Nettoentgelt 2.400 EUR : 30 Kalen­dertage = 80,00 EUR

Netto-Weihnachtsgeld 1.440 EUR : 360 Kalen­dertage = 4,00 EUR


84,00 EUR

90% vom Nettoentgelt 75,60 EUR

Das Krankengeld von 73,50 EUR übersteigt weder 90% des Nettoar­beit­sent­gelts (75,60EUR), noch das Nettoar­beit­sentgelt des Bemes­sungs­zeit­raums (80,00 EUR).

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